KI, Automatisierung und Ökologie bestimmen die Zukunft des Luft- und Raumfahrtsektors


Unter dem Namen Skyforward fand in Deutschland am 22. und 23. Mai die erste virtuelle Jobmesse der Luft- und Raumfahrtindustrie statt. Diese vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) organisierte Veranstaltung, wie Mario Wagner, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor von Airbus in Deutschland und BDLI-Präsidiumsmitglied, vor wenigen Tagen in diesem Video erzählt hat, wurde mit zweifacher Zielsetzung gestaltet.

Einerseits geht es darum, wichtige Themen wie die digitale Revolution, die die Zukunft dieser Branche definieren sowie andere hochrelevante Unterthemen ―wie die zunehmende Automatisierung des Sektors, die Zunahme von Systemen aus künstlicher Intelligenz bei der Entscheidungsfindung und die Notwendigkeit, die CO2-Emissionen von Flugzeugen drastisch zu reduzieren― zu fördern und diesen als Diskussionsforum zu dienen. Das andere wichtige Thema ist die demographische Entwicklung, die wir durchleben, welche sich durch einen Rückgang der qualifizierten Arbeitskräfte sowohl in Deutschland als auch in den europäischen Nachbarländern kennzeichnet. Beide Szenarien erfordern neue Vorgehensweisen, um den Herausforderungen zu begegnen, mit denen die Menschheit im Zusammenhang mit der Vierten Industriellen Revolution konfrontiert ist.

Andererseits ist die Tatsache, dass sich der BDLI erstmals für dieses virtuelle Messeformat entschieden hat, darauf zurückzuführen, dass unsere Leiterin für Business Development in meetyoo, Marie-Kristin Schwindt, wusste, wie man auf die Bedürfnisse dieses Verbandes mit den Funktionen unserer digitalen Plattform eingehen konnte. Konkret beantwortet diese virtuelle Lösung, die sich ubivent nennt, die Fragen, die Wagner in seinem vorherigen Video gestellt hat: „Wie können wir die Rolle des BDLI besser erfassen? Wie können wir den Zugang zu den an unserer Branche interessierten Personen erleichtern, um das Klischee zu durchbrechen, dass der Luft- und Raumfahrtsektor eine eher geschlossene Branche ist? Und letztendlich, wie können wir erreichen, dass potenzielle Kandidaten Zugang zu einer Plattform haben, um sich als innovative Profile für Unternehmen der Branche zu präsentieren?“.  

Virtuelle Messe Skyforward

An der Spitze der technologischen Innovation

Eine der Definitionen von Innovation im Bereich der Technologie könnte folgende sein: Die Schaffung neuer Produkte von Grund auf oder die Abänderung bestehender Produkte, um bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen oder Probleme zu lösen, bevor diese, auch wenn schon vorhanden, nicht für alle vollständig ersichtlich sind. So könnte es etwa mit den Brüdern Orville und Wilbur Wright geschehen sein, deren große Leidenschaft, den Menschen fliegen zu lassen, so groß war, dass sie es schließlich Ende 1903 erreichten. Genauer gesagt waren ihre 4 Kilometer an Bord des Flyers der Anfang dessen, was heute als Luft- und Raumfahrtindustrie bekannt ist.

Mehr als 100 Jahre später sind die Unternehmen ―inmitten der bereits existierenden Industrie 4.0 deren Märkte durch Unsicherheit und Chaos geprägt sind― fast dazu gezwungen, ihre Geschäftskultur, Struktur und Technologie zu verändern, wenn sie erfolgreich und gestärkt aus dieser unaufhaltsamen digitalen Revolution hervorgehen wollen.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hat auf diese Weise und nach dem Vorbild der Innovation seine Zielgruppe bei der Anwerbung von neuen talentierten Arbeitskräften für diese erste virtuelle Jobmesse erweitert. Es wurden nicht nur klassische Absolventen oder Mitarbeiter aus dem Fachgebiet Luftfahrt gesucht. Das Spektrum der potenziellen Kandidaten wurde auch auf andere Ingenieurzweige, Arbeitskräfte aus dem Bereich der Informationstechnologie, Experten in anderen Forschungsbereichen wie zum Beispiel Laborchemiker oder andere Profile aus dem Bereich der Naturwissenschaften erweitert.

Virtueller Messestand

Automatisierung, elektrische Flugzeuge und Elefanten

Konzepte wie das neue Zusammenwirken von Mensch und Maschine, die Datenanalyse, die virtuellen Reisen oder vernetzte Produkte waren Thema bei Skyforward, insbesondere beim Vortrag „Ändere das Spiel-Fliege digital“ von Simon Krasowski, Vizepräsident für digitale Transformation bei Diehl Aviation. Krasowski versuchte, folgende Frage zu beantworten: Bereitet sich die Luftfahrtindustrie auf diese Veränderungen vor und wie werden Innovationen geschaffen und implementiert?

Jörg Peter Müller, Programm- und Strategieleiter bei Airbus und stellvertretender Direktor der Urban Air Mobility (UAM), befasste sich mit einem weiteren Schlüsselthema, das tagtäglich die nationale und internationale Medienagenda dominiert. Es handelt davon, dass, wenn wir über eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft nachdenken wollen, es eine Pflicht ist ―insbesondere die der Luft- und Raumfahrtindustrie― emissionsfreie, effiziente und nachhaltige Flugzeuge zu erschaffen. Zudem wird für das Jahr 2030 prognostiziert, dass 60 % der Weltbevölkerung in Städten leben wird, deshalb besteht die Herausforderung darin, verschiedene Verkehrsmodelle zu entwickeln, die sicherer und nachhaltiger sind. Ein weiterer Punkt ist die fortschreitende Automatisierung des Sektors, weshalb die Zukunft der Luftfahrt auch darin besteht, die Autonomie der Flugzeuge zu erweitern und ihre elektrische Variante als umweltfreundlicheres Produkt massiv in den Markt einzuführen.

Rundgang durch die virtuelle Messe von Skyforward

Zuletzt durfte natürlich auch kein Vortrag fehlen, in dem über die zu überwindenden Hindernisse gesprochen wurde, um diesem Prozess der digitalen Revolution an allen ihren Fronten mit Hoffnung und Emotion zu begegnen. „Motivation zum Wandel und zur Digitalisierung“ lautete der Titel des Vortrags von Sine Sprätz, Direktor der industriellen Digitalisierung bei Airbus. Für Sprätz sind „Emotionen und Vertrauen ein wesentlicher Bestandteil des Veränderungsprozesses im digitalen Zeitalter“. In seinem Abstract wirft er diese beiden Fragen auf: „Warum ist der Wille zur Veränderung im digitalen Zeitalter so entscheidend? Und was führt uns immer wieder dazu, das Hindernis noch einmal zu überwinden?“. Verpassen Sie hier nicht die Antwort von Sprätz, denn anscheinend hat ein Elefant viel damit zu tun, oder zumindest erklärt er es auf Deutschlands erster virtueller Jobmesse für Luft- und Raumfahrt so.