Science-Fiction: Der Blick durch unsere Gegenwart in die (technologische) Zukunft


Zum Alltag in einem Tech-Unternehmen gehört ein gewisser Fokus auf Entwicklung und Innovation. Um die Ideenfindung anzukurbeln, muss man aktiv Ausschau nach möglichen Inspirationsquellen halten – und das ist exakt der Moment, in dem Science-Fiction spannend wird.

Seit Jahrzehnten erfreut sich das Science-Fiction Genre großer Beliebtheit und hat schon zu Beginn des Kino Zeitalters mit Werken wie Fritz Langs Metropolis (1927) erfolgreich den Sprung von visionärer Literatur auf die Leinwand gemacht. Die fantasievollen Darstellungen von Gesellschaft und Technologie in zukünftigen Welten, faszinieren und inspirieren Zuschauer schon seit Generationen mit Einblicken in „Was wäre, wenn…“- Szenarien. Literarische Klassiker wie The Time Machine von H. G. Wells bis hin zu Blockbustern wie Alien (1979) und Blade Runner (1982), der TV-Erfolg Star Trek, sowie moderne Darstellungen wie Tron: Legacy (2011) dienen als Einblicke in abwechslungsreiche Welten, die zunächst fremd und unmöglich erscheinen. Trotzdem wird bei genauerem Hinsehen schnell klar, dass diese Realitäten sich zum Teil schon in greifbarer Nähe befinden und alles andere als Fiktion sind.

Quelle: METROPOLIS, Fritz Lang, Deutschland 1927

Angelehnt an den gegenwärtigen Stand der Technologie und sozialpolitische Entwicklungen befindet sich Science-Fiction in einer ständigen Fortentwicklung und liefert gleichzeitig neue Vorlagen für Kunst und Wissenschaft – frei nach dem Leitgedanken, dass die Grenze des Möglichen, die Grenze der menschlichen Vorstellungskraft ist. Hologramme, Virtual Reality, Artificial Intelligence, Zeitreisen, Laser, Teleportation, Weltraumforschung, Videokonferenzen, fliegende Fahrzeuge und sogar Touch Screens wären ohne rudimentäre Versionen solcher Konzepte und Gadgets in Science-Fiction vielleicht nicht in dem Ausmaß erforscht worden, das heutzutage regelmäßig zu neuen Entdeckungen und Erfindungen führt.

Quelle: BLADE RUNNER, Ridley Scott, USA 1982

Genres sind dynamisch, Trends und Themen kommen und gehen. Es gibt zahlreiche Beispiele für dieses Phänomen – auch im verwandten Horror Genre, das sich parallel zu Science-Fiction mit der Zeit erneuert und klare Trends aufweist. So sind aus dem nuklearen Trauma des zweiten Weltkriegs die Kaiju Monster Filme entstanden, während später im Westen als Kritik an der konsumorientierten Gesellschaft in den 80er Jahren Zombiefilme immer beliebter geworden sind. Es gibt viele kulturelle Gründe, aus denen sich Horror und Science-Fiction überschneiden, weshalb man besonders hier zwischen Motiven und Geschichten unterscheiden sollte, die entweder moralische Ideologien thematisieren oder sich mehr auf die technischen Aspekte fokussieren.

Denn auch Science-Fiction hat zu verschiedenen Zeiten auf abwechselnde Leitmotive gesetzt und dadurch entweder moralische Fragen oder die Faszination von Technologie in den Vordergrund gestellt. Vergleichbar mit den Godzilla Filmen, entstanden Alien   Invasion Stories als Metapher für die kulturelle Angst vor Invasionen durch andere Nationen oder Immigranten und sind darum seit Jahrzehnten Teil eines relevanten Subgenres geblieben. In Romanen und Filmen wie I, Robot (2004) werden vermehrt seit der Jahrtausendwende die ideologische Themen aus Do Androids Dream of Electric Sheep? oder 2001: A Space Odyssey (1968) aufgegriffen und die Konsequenzen von technischem Fortschritt als Mahnung vor der menschlichen Hybris gezeigt. Gleichzeitig gibt es jedoch auch zahlreiche optimistische Interpretationen von Science-Fiction, die die fantastischen Seiten wissenschaftlicher Innovation und ihrer grenzenlosen Möglichkeiten demonstrieren.

Quelle: 2001: A SPACE ODYSSEY, Stanley Kubrick, USA 1968

Mit diesem Wissen im Hinterkopf, ist es für Entwickler und Unternehmen besonders interessant das Augenmerk auf die technischen Aspekte von Science-Fiction Filmen und Serien zu legen. Denn im Gegensatz zur Literatur bieten diese Medien schon visuelle Anhaltspunkte und innovative Anstöße. Erstaunlich viele Geräte und Alltagsgegenstände sind auf diese Weise inspiriert und entwickelt worden. Schwer zu glauben? Hier ein kleiner Überblick:

Mobiltelefone: Was in den 60er Jahren in Star Trek noch wie ein Hirngespinst wirkte, wurde zwanzig Jahre später zur Realität.

Tablets: Abgesehen von einem (bösartigen) Vorvater von Siri, hat 2001: A Space Odyssey seinerzeit auch schon eine Art Tablet in Aktion gezeigt.

Videokonferenzen: Ein sehr beliebtes Motiv, das schon in Metropolis vor fast 90 Jahren Premiere feierte und seitdem immer wieder aufgegriffen wurde, bis es Entwicklern gelang den Traum zur Wirklichkeit zu machen.

Virtual Reality: Die Möglichkeiten, die vom „Holodeck“ in Star Trek und später von Tron (1982) demonstriert wurden, zeigten klar, dass VR in der Zukunft der Menschheit eine Daseinsberechtigung hat. Seit 2012 konkurrieren mehrere große Hersteller mit ihrer Version von VR Brillen und der zugehörigen Technologie.

Autopilot für Fahrzeuge: Total Recall (1990) und unzählige andere Filme boten hierfür die Inspiration, denn eine Welt ohne Unfälle und menschliches Versagen wirkt gleich viel futuristischer und erstrebenswerter.

Gestengesteuerte Benutzeroberflächen: Was Tom Cruise schon in Minority Report (2002) so einfach aussehen ließ, ist nun unter anderem in der Videospielindustrie Standard.

Personalisierte Werbung: Eine weitere Idee aus Minority Report, die damals vom Wunsch der Konsumindustrie inspiriert war, zielgerichtete Werbung zu optimieren – eine Vision, die so verlockend war, dass sie nicht mal ein Jahrzehnt später umgesetzt wurde.

Oftmals muss man nur kurz überlegen, warum eine bestimmte Erfindung ein starkes Déjà-vu auslöst, um Bilder aus beliebten Science-Fiction Filmen und Serien heraufzubeschwören. Und warum auch nicht? Schon seit der Antike wollte der Mensch als Ikarus fliegen und nach Jahrhunderten, in denen sich Genies wie Leonardo da Vinci an Entwürfen und Theorien versucht hatten, gelang es schlussendlich den Wright Brüdern im Jahr 1903. Was für eine Generation ein abstrakter Traum ist, der in Geschichten aufgegriffen wird, kann zu einer Idee heranreifen, die das Potenzial hat mithilfe von technischem Fortschritt zu einem realistischen Projekt zu werden.

Quelle: TRON, Steven Lisberger, USA 1982

Unser Unternehmen ist Teil einer Industrie, die mit jeder Evolution der gängigen Kommunikationstechnologien eine rasante Entwicklungsphase durchläuft. Auch viele unserer Dienste und Produkte erschienen noch vor wenigen Jahrzehnten wie futuristische Träumereien. Aber dank der Popularisierung durch Science-Fiction und Generationen von Entwicklern, die möglicherweise in ihrer Jugend von einem der zahlreichen Genre-Klassiker geprägt wurden, gibt es heutzutage diese Technologien. Darum haben auch wir in der letzten Zeit den Blick in Richtung Science-Fiction gewendet – denn ganz unterbewusst ist auch unser Team von bestimmten Konzepten beeinflusst worden. Virtuelle Realitäten und virtuelle Konferenzen haben einige Gemeinsamkeiten, darum war es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns ins Star Trek-Territorium begeben.

Ganz in diesem Sinne, werden wir in den nächsten Wochen unseren thematischen Fokus weiterhin auf die Verbindung von Technik im Alltag und das Science-Fiction Genre richten. Wir möchten tiefer in die Welten von VR & Co. eintauchen und freuen uns darauf unsere Funde mit unseren Lesern zu teilen!